Christa Wintzer erhält den 9. Dan

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Christa Wintzer erhält als erste Frau in der ITF Geschichte den 9. Dan!


Am 15.10.2017 hat Christa Wintzer ihrer langen Kampfsportkarriere ein weiteres Kapitel hinzugefügt und damit Geschichte geschrieben – ihr wurde von der International Taekwon-Do Federation der 9. Dan und damit der Titel eines Großmeisters zuerkannt. Da sie selbst aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Verleihungszermonie in Irland anlässlich der ITF WM in Dublin teilnehmen konnte, ließen es sich Großmeister Rolf Becking (Technischer Leiter des ITF-D e.V.), Großmeister Kim-Lan Ung (2. Vorsitzender des ITF-D e.V. und Mitglied des Technischen Komitees des ITF Weltverbandes) und Großmeister Paul Weiler (Vize-Präsident des ITF Weltverbandes) nicht nehmen, ihr die Urkunde mit den besten Wünschen des ITF Vorstandes persönlich zu überreichen und ihr zu diesem Erfolg zu gratulieren.

Zur Person Christa Wintzer:
Christa Wintzer wurde geboren, als in Europa noch der 2. Weltkrieg tobte und viele Menschen in Trümmern lebten (nämlich am 14.03.1943). Mit ca. 18 Jahren begann sie mit Karate und sammelte in den nächsten 5 Jahren auch Erfahrungen im Judo und Jiu-Jitsu. Als Taekwon-Do 1966 in Deutschland bereits einen größeren Zuspruch erlebte, begann auch Christa mit dieser faszinierenden Kampfkunst (vor 51 Jahren).
Ihre Prüfung zum 1. Dan bestand sie 1972, den 2. Dan 1974, den 3. Dan 1976 = Beginn als Trainerin und den 4. Dan 1979.

Aus jener Zeit berichtet sie: „Als Frau war ich seinerzeit die große Ausnahme und meine Trainingspartner und Wettkampfgegner waren ausschließlich Männer“. Bei ihrer Teilnahme an der ersten Deutschen Hyong Meisterschaft (heute Tul) startete sie bei den Herren als „Chris Wintzer“.

1974 nahm sie erstmalig an einem Lehrgang mit General Choi teil.

Als sich Christa Wintzer der Prüfung zum 5. Dan stellte herrschte noch die Meinung vor, dass Frauen nur bis zum 4. Dan graduiert werden sollten. Dies führte dazu, dass sie die Prüfung zunächst nicht bestanden hatte und sie sich heute sicher ist, dass das „Nicht Bestehen“ eher politisch bedingt war, als ein Ergebnis einer objektiven Bewertung.
Als sie die Prüfung zum 5. Dan schließlich bestanden hatte, wurde ihr nur eine Quittung ausgestellt, dass sie die Prüfung bezahlt hatte, aber keine internationale Urkunde! Das gleiche widerfuhr ihr bei der Prüfung zum 6. Dan.
Der Durchbruch gelang 2001, als sie endlich eine internationale Urkunde erhielt, und zwar die zum 7. Dan. Endlich waren die Frauen in dieser Hinsicht im TKD gleichberechtigt.

Großmeister Christa Wintzer wünscht sich für die Zukunft, dass sich mehr Frauen als Funktionärinnen in das TKD einbringen.

Text und Foto: Paul Weiler

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